Bildungsgipfel in der Erfolgsschule | Südstadt-Bult-SPD lud zum Stadtteildialog "Schule" in die Otfried-Preußler-Schule | Von Lothar Pollähne

Foto: lopo
 

Das Gebäude ist neu, die Veranstaltungsform ist neu, nur die zentrale Frage muss immer wieder neu beantwortet werden: „Wie kann gute Schule gelingen?“ Das wollten am 18. März gut 60 Teilnehmer*innen des Stadtteildialogs „Schule“ in den Räumen der Otfried-Preußler-Schule diskutieren. Dazu hatte der SPD-Ortsverein Südstadt-Bult mit der niedersächsischen Kultusministerin Frauke Heiligenstadt und Hannovers Schuldezernentin Rita Maria Rzyski zwei fachkundige Impulsgeberinnen eingeladen.

 

Für Frauke Heiligenstadt war das ein „halbes Heimspiel“, denn sie hat ihren zweiten Wohnsitz in der Südstadt.

„Wo wollen wir hin?“ Diese Frage beantwortete die Ministerin kurz und bündig mit dem mittlerweile präsidialen Satz: „Wir müssen mutiger sein:“ Unterricht, der sich nur Klassenverbänden und 45-Minuten-Takten bemisst, gehört für Frauke Heiligenstadt nicht in die Schule der Zukunft. Dass alle Kinder zur gleichen Zeit das Gleiche lernen müssen oder gar können, ist für sie ein grobes Missverständnis von Schule. Die Ministerin plädiert für themenorientierten Unterricht, der klassen- und jahrgangsübergreifend angeboten wird und will Schulen unterstützen, die solche selbstbestimmten Angebote vorhalten. Die zentrale Frage muss nach Frauke Heiligenstadt Meinung lauten: „Wie können wir gemeinsam für Schülerinnen und Schüler da sein?“

Konzentrierter Ratschlag mit Ministerin (links) und Schuldezernentin (Mitte)Foto: lopo

Konzentrierter Ratschlag mit Ministerin (links) und Schuldezernentin (Mitte)

Daran konnte Rita-Maria Rzyski gut  anknüpfen mit der Frage: „Wie schaffen wir die räumlichen Voraussetzungen, damit Schulen zu Orten des Lernens und des Lebens werden?“ für die Schuldezernentin ist klar, dass sich Kinder ihren Schulraum „erobern“ können müssen und dass sie Rückzugsräume brauchen, wenn ihnen mal nicht nach Schule ist. Dafür, so Rzyski, müssen wir mit allen Beteiligten das gemeinsame Verständnis für gemeinsames Lernen entwickeln und „die Schranken im Kopf“ überwinden.

Bildergalerie mit 6 Bildern

Das versuchten dann in intensiven eineinhalb Stunden die 60 Teilnehmer*innen in zwei Foren, an denen jeweils die Ministerin und die Schuldezernentin teilnahmen. Beide zeigten sich begeistert über die gepflegte, hochqualifizierte Diskussionskultur, die weit über das häufig medial verbreitete Genörgel hinaus reichte. Erstaunlichstes Ergebnis der Diskussionen ist die Erkenntnis, dass viele Schulen im Stadtbezirks Südstadt-Bult auf dem Weg zu der gemeinsamen Schulen schon ein gutes Stück Wegs hinter sich gebracht haben, dabei aber häufig mit unzureichenden räumlichen Bedingungen zu kämpfen haben. Mit List und zugedrückten Augen werden dabei manche Probleme umgangen zum Wohle aller Beteiligten.

Dieses Wohlgefühl war in der Otfried-Preußler-Schule deutlich zu spüren, deren Leiterin Alexandra Vanin begeisternd Details aus ihrem Schulalltag vortrug. In dieser Schule, das konnten alle Beteiligten als Erkenntnis mit nach Hause nehmen, weht bereits der neue Geist, von dem Frauke Heiligenstadt und Rita-Maria Rzyski in ihren Eingangs-Statements gesprochen hatten. Die Kommentare vieler Teilnehmer*innen waren nach gut zwei Stunden eindeutig: „Eine vollauf gelungene Veranstaltung.“ „Sollte unbedingt wiederholt werden.“