Detmoldstraße

Direkt gegenüber der Notfalleinfahrt der Henriettenstiftung stößt die Detmoldstraße, von der Großen Barlinge kommend, auf die Sallstraße. Benannt ist sie nach dem Satiriker und Abgeordneten in der Frankfurter Nationalversammlung Johann Hermann Detmold. Von 1938 bis 1945 war sie von der Nazi-Stadtverwaltung in Detmolder Straße umbenannt worden, wahrscheinlich weil Johann Hermann Detmold jüdischer Herkunft war.

Johann Hermann Detmold

Johann Hermann Detmold
 

Johann Hermann Detmold wird am 24. Juli 1807 in der seinerzeit noch selbständigen Calenberger Neustadt geboren als Sohn des Arztes Georg Heinrich Detmold und seiner Frau Sorchen, die aus dem Bankiershaus Oppenheimer stammt. 1815 tritt die Familie zum Christentum über. Die Taufe findet in der Neustädter Kirche statt. Johann Hermann besucht das nachmalige Ratsgymnasium und studiert ach dem Abitur Rechtswissenschaften in Heidelberg und Göttingen, wo er Heinrich Heine kennenlernt, mit dem zeitlebens befreundet sein wird. Bereits 1830 lässt sich der vielfältig begabte Johann Hermann Detmlod in Hannover als Anwalt nieder. Neben seinem Brotberuf beschäftigt er sich mit Kunststudien und schreibt Satiren und Humoresken. 1832 ist er einer der Mitgründer des Kunstvereins Hannover. Die Gründung des Vereins thematisiert Detmold 1834 mit der Satire „Anleitung zur Kunstkennerschaft“. Gemeinsam mit Georg Osterwald gibt er die Hannoverschen Kunstblätter heraus, die der Kunstverein anlässlich seiner Ausstellungen veröffentlicht. Detmold ist ein entschiedener Konservativer und Gegner der bürgerlichen Revolution von 1848. Dennoch wird er im Mai 1848 in die Frankfurter Nationalversammlung gewählt, wo er sich auf Seiten der Rechten als standhafter Preußenfresser hervortut. Als Mitglied des Verfassungsausschusses widersetzt sich Detmold dem Verfassungsentwurf und den darin enthaltenen Grundrechten. Seine Überzeugungen fasst er 1849 in der Satire „Thaten und Meinungen des Herrn Piepmeyer“ zusammen, mit der er sich viele Gegner macht. Detmold geht nach Hannover zurück und wird von seinem vormaligen Gegner Ernst August I. zum Gesandten beim Bundestag ernannt. 1850 wird Johann Hermann Detmold mit dem Guelphenorden ausgezeichnet. Er sirbt am 17. März 1856 in Hannover.

Porträt des Abgeordneten Johann Hermann Detmold, 1848, Historische Bilddokumente,
http://www.lagis-hessen.de/de/subjects/idrec/su/bd/id/108-002

 

Hier geht es zurück zur Übersicht