Kokenstraße

Etwas unscheinbar liegt die Kokenstraße nördlich der Marienstraße. Sie verläuft parallel zur Berliner Allee und führt von der Walter-Gieseking-Straße als Sackgasse bis zur U-Bahn-Station gegenüber der Henriettenstiftung. Benannt ist sie seit 1874 nach dem Maler Edmund Koken, dessen Familiengrundstück in der Nähe lag.

Edmund Koken

Ehrengrab Edmund Koken, Foto: lopo
 

Ehrengrab Edmund Koken
Foto: lopo

Über Johann Gottfried Edmund Koken ist relativ wenig bekannt, obwohl er Mitgründer des Hannoverschen Künstlervereins war und Ahnherr einer großen Familie von Kunstschaffenden. Geboren wird Edmund Koken am 4. Juni 1814 in Hannover, wo er die Hofschule und die Höhere Gewerbeschule besucht. 1837 beginnt er ein Studium an der Kunstakademie in München, wo er sich mit Wilhelm Kaulbach anfreundet. 1841 kehrt Koken nach Hannover zurück und arbeitet als Landschafts- und Porträtmaler. 1842 ist Koken maßgeblich an der Gründung des Hannoverschen Künstlervereins beteiligt, der die Aufgabe hat, Künstlern und Kunstfreunden in Hannover Gelegenheit zu „edler Geselligkeit“ zu bieten. Ein Kritiker beschreibt Koken als einen Maler, dem es gelingt, seine Motive kraftvoll und „in poetischer Stimmung meisterhaft darzustellen“.

1845 reist er, wie viele kunstgesinnte Zeitgenossen, nach Italien, um sich inspirieren zu lassen. Zurück in Hannover veröffentlicht Koken 1846 in einem zweibändigen Sammelwerk mit Porträts der Mitglieder des Hannoverschen Künstlervereins, darunter der Architekt Conrad Wilhelm Haase und der Bildhauer Ernst von Bandel, den Schöpfer des Hermannsdenkmals, der Hofkapellmeister Heinrich Marschner und die Maler Heinrich Kümmel und Carl Oesterley. 1851 heiratet Edmund Koken Wihelmine Louise Mejer, die Tochter eines hannoverschen Regierungsrates. Von Chronisten wird Koken als „liebenswürdige Natur, anregend, auch poetisch und musikalisch beanlagt“ gewürdigt, „begeistert  für alle Bestrebungen auf dem Gebiete der Kunst überhaupt“.

Prominentester Schüler Edmund Kokens ist Kronprinz Ernst August von Hannover, der zu trauriger Berühmtheit gelangte, als er 1837 die relativ liberale Verfassung des Königreichs Hannover aufhob. Von Ernst August nicht weniger illiberalem Sohn Georg V. wurde der Koken mit der „Goldenen Medaille für Kunst und Wissenschaft“ ausgezeichnet. Edmund Koken stirbt am 30. Oktober 1872 in Hannover. Sein Ehrengrab befindet sich auf dem Engesohder Friedhof. Das Relief auf seinem Grabstein stammt von Friedrich Brehmer. Auch er war Mitglied des Künstlervereins.

Ehrengrab Edmund Koken  Foto: lopo

 

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