Anna-Zammert-Straße

Seit dem Herbst 2013 führt die Anna-Zammert-Straße vom Bischofsholer Damm bis zur Straße „An der Weide und erschließt das Gelände des ehemaligen Südbahnhofes. Viele mittelständische Betriebe haben sich dort angesiedelt. Bis 1924 war die Straße Teil des Bischofsholer Damms und hernach ein Teil der Straße „Am Südbahnhof“. Benannt ist die gewundene Straße nach der Gewerkschafts-Sekretärin und SPD-Reichstagsabgeordneten Anna Zammert.

Anna Zammert

Foto: Reichstagshandbuch, 1930

Anna Zammert wird als Anna Rabe am 12. Juli 1898 in Delitzsch in Sachsen geboren. Der Vater ist Zigarrenarbeiter. Auch Anna Zammert arbeitet zeitweise als Zigarrenarbeiterin, im 1. Weltkrieg dann als Bauhilfsarbeiterin und als Arbeiterin in einer Kohlegrube. 1917 wird sie Mitglied der USPD, ein Jahr später tritt sie dem Fabrikarbeiterverband bei, einer Vorläuferorganisation der heutigen IG BCE.

Von 1918 bis 1923 arbeitet Anna Zammert als Betriebsfunktionärin in einer großen chemischen Fabrik. 1922 schließt sie sich der SPD an und arbeitet ehrenamtlich in der Jugendfürsorge und der Arbeiterwohlfahrt. 1925 und 1926 studiert Anna Zammert an Akademie der Arbeit in Frankfurt am Main, wo sie ein Jahr später ihre Arbeit als Agitationsangestellte des Fabrikarbeiterverbandes aufnimmt. Sie wird mit dem Aufbau des Frauensekretariats beim Hauptvorstand der Gewerkschaft inHannover beauftragt und in der Folge zur ersten Frauensekretärin einer deutschen Gewerkschaft ernannt.

1930 wird Anna Zammert zum ersten Mal für den Wahlkreis 16 (Südhannover - Braunschweig) in den Reichstag gewählt. Sie nimmt an der letzten Sitzung des Reichstages mit sozialdemokratischer Beteiligung am 23. März 1933 teil. Im April 1933 wird Anna Zammert von der Gestapo verhaftet. 1935 emigriert sie mit ihrem Mann zunächst nach Dänemark und ein Jahr später nach Norwegen. 1940 flieht sie von dort vor den Nazi-Besatzern nach Schweden, wo sie nach kurzer Internierung in den Vorstand der Landesleitung der deutschen Gewerkschaften gewählt wird.

1946 kehrt Anna Zammert nach Hannover zurück, engagiert sich wieder in der AWO und arbeitet kurzzeitig bei der Gewerkschaft Nahrung - Gaststätten - Genuss. Heimisch allerdings wird sie nicht mehr. 1953 geht sie wieder nach Schweden und arbeitet dort als Sekretärin im Fabrikarbeiterverband. 1975 zieht Anna Zammert zu ihrer Tochter nach Delitzsch in die DDR, wo sie am 13. Dezember 1982 stirbt.

Foto: Anna Zammert (Quelle: Reichstagshandbuch, 1930)

 

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