Mithoffstraße

Eine der kleinsten Straßen der Südstadt führt nördlich von der Marienstraße von der Kestnerstraße zur Walter-Gieseking-Straße. Benannt ist sie seit 1886 nach dem Architekten und Kunstschriftsteller Hector Wilhelm Heinrich Mithoff.

Hector Wilhelm Heinrich Mithoff

Hector Wilhelm Heinrich Mithoff wird am 11. Juni 1811 in Uelzen als Sohn des späteren Celler Oberbaurates Carl Friedrich Wilhelm Mithoff geboren. Der Name Mithoff ist in und um Hannover seit dem Anfang des 15. Jahrhunderts nachweisbar. Über seine schulische Ausbildung ist nichts überliefert. Es ist möglich, dass er Hausunterricht erhalten hat. Mithoff absolviert eine Ausbildung als Baueleve bei der königlichen Hofbauverwaltung in Hannover. Sein erster Lehrer ist der dort tätige Architekt Georg Ludwig Comperl. Danach tritt Hector Wilhelm Heinrich Mithoff in den Dienst der staatlichen Baubehörden in Hannover. Zu seinen Lehrern gehören Georg Moller, der vermutlich am Bau des Wangenheim’schen Palais beteiligt war und Georg Ludwig Friedrich Laves, der die Federführung bei der Planung dieses Gebäudes inne hat.

Von 1835 bis 1837 geht Hector Wilhelm Heinrich Mithoff auf Studienreise durch deutsche Lande, Italien und Frankreich. Das ist zu jener Zeit für Architekten nahezu unerlässlich, da wesentliche Impulse für die Arbeit von Meistern aus anderen Ländern aufgenommen werden, um den eigenen Horizon zu erweitern. Nach seiner Rückkehr ist Mithoff am Neubau des Oberlandesgerichts in Celle beteiligt, vor dessen Fertigstellung im Jahre 1842 er 1839 noch einmal nach Italien reist.

1839 wird Hector Wilhelm Heinrich Mithoff für die Klosterkammer Hannover tätig und arbeitet mit einem anderen Großen der Hannöverschen Architektur, Conrad Wilhelm Haase zusammen. 1850 sind beide maßgeblich an der Restaurierung der Michaeliskirche in Hildesheim beteiligt, die heute zum Weltkulturerbe gehört. 1851 ist Mithoff Mitgründer des Architekten- und Ingenieur-Vereins Hannover, der sich in den Folgejahren zur wichtigsten Fachinstitution in deutschen Landen entwickelt.

Bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1868 bleibt Hector Wilhelm Heinrich Mithoff in königlichen Diensten als Baureferent des Hausministeriums und des Oberhof-Marschall-Departements. 1866 wird er schließlich zum Oberbaurat des Finanzdepartements. Nur wenige der von ihm betreuten Bauten sind in Hannover erhalten, wenn auch nur in Fragmenten. Ein kärglicher Rest der „Villa Mithoff“ ist ein kleines Bürogebäude in der Stiftstraße 12. Das Wohnhaus des Malers Carl Oesterley, das Mithoff 1852 baute, wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Teile der Fassade konnten gerettet werden und sind seit 1957 am Hause Leinstraße 33 gegenüber dem Niedersächsischen Landtag zu besichtigen.

Hatte sich Hector Wilhelm Heinrich Mithoff schon während seiner Dienstzeit mit schriftlichen und zeichnerischen „Darstellung mittelalterlicher Kunstwerke in Niedersachsen und nächster Umgebung“ befasst, die in drei Bänden zwischen 1849 und 1862 erscheinen, so widmet er sich in den „Ruhejahren“ vollständig der Dokumentation der „Kunstdenkmale und Alterthümer im Hannoverschen“. Zwischen 1871 und 1880 erscheinen insgesamt sieben Bände. Hector Wilhelm Heinrich Mithoff stirbt am 20. März 1886 in Hannover.

 

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