Auf ein Wort mit Marc Hansmann

Foto: SPD-Ortsverein Südstadt-Bult
 

Am 9. September veranstaltete der SPD Ortsverein Südstadt-Bult eine Dialogveranstaltung mit dem Oberbürgermeisterkandidaten Marc Hansmann. Getreu dem Motto „auf ein Wort mit Marc Hansmann“ waren 50 Bürgerinnen und Bürger gekommen, um dem SPD-Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters ihre Fragen zu stellen.

Moderiert wurde die Abendveranstaltung durch den Landtagsabgeordneten Stefan Politze, der die insgesamt 51 Fragen aus dem Publikum gekonnt zu Themenblöcken zusammenfasste.

 

Besonders die Themen Verkehr und Klimaschutz waren im Fokus. Auf die Frage: „Wie machen wir den öffentlichen Personennahverkehr noch attraktiver?“, sagte Marc Hansmann, dass er eine Ausweitung der Jugendnetzkarte für Auszubildende sowie deutlichere Ermäßigung für Rentnerinnen und Rentner vorschlagen möchte. „Die Jugendnetzkarte für 15 Euro ist ein toller Erfolg und sehr beliebt. Dieses Angebot sollten wir in Zukunft ausweiten, um den Umstieg auf Bus und Bahn attraktiver zu machen und Auszubildende finanziell zu entlasten.“ Auch für Rentnerinnen und Rentner sollte es günstigere Monatskarten geben. Das 365-Euro-Ticket, das derzeit diskutiert wird, sieht Hansmann skeptisch. „Mit deutlich günstigeren Monatskarten für Auszubildende und Rentnerinnen und Rentner helfen wir genau denen, die sehr genau auf ihre Ausgaben achten müssen, und tun gleichzeitig etwas für den Klimaschutz“, betonte Marc Hansmann. „Viele Menschen kündigen ihre Monatskarten, wenn sie in Rente gehen. Mit einem besseren Angebot sollten wir diesen Menschen entgegen kommen.“ Hansmann schlägt vor, die Monatskarte für Rentnerinnen und Rentner auf maximal 30 Euro für das gesamte Tarifgebiet zu begrenzen. Derzeit zahlen Rentnerinnen und Rentner für die „MobilCard 63plus“ monatlich mindestens rund 40 Euro für eine Zone und fast 70 Euro für vier Zonen.

Foto: SPD-Ortsverein Südstadt-Bult

Die Forderung, die städtische Energieversorgung umzubauen – weg von fossilen Energieträgern, hin zu einer vollständig erneuerbaren Strom- und Wärmeversorgung – ist seiner Meinung nach die wichtigste Maßnahme für den Klimaschutz in Hannover. Durch die Umstellung nur eines Blocks des Kohlekraftwerks in Stöcken auf Biomasse könnten bis zu 700.000 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Zum Vergleich: Im städtischen Klimabericht errechnet die Stadt Hannover einen Treibhausgas-Ausstoß von etwa 800.000 Tonnen durch den gesamten motorisierten Verkehr innerhalb der Landeshauptstadt pro Jahr. In den vergangenen zweieinhalb Jahren, seit Marc Hansmann bei enercity als Vorstand tätig ist, ist deren Anteil an erneuerbaren Energien und vor allem der Windenenergie deutlich ausgebaut worden. So ist enercity zu einem der fünf größten Ökostrom-Anbieter in Deutschland geworden. Gleichzeitig ist es absolut richtig, nicht nur die Energie- sondern auch die Wärmewende in den Blick zu nehmen, so Hansmann weiter. Durch den Bau einer neuen Fernwärmeleitung quer durch Hannover kann enercity künftig die in der Müllverbrennungsanlage in Lahe entstehende Abwärme in die städtische Wärmeversorgung einspeisen. Den Weg, den die Stadtwerke hier einschlagen, werde er als Oberbürgermeister konsequent unterstützen und vorantreiben. Zudem möchte er die Anschaffung privater Solaranlagen gezielt fördern, quartierbezogene Anreize zum Austausch von Ölheizungen und alten Gasthermen setzen und ein Sonderprogramm zur energetischen Sanierung von Altbauten auflegen.

Foto: SPD-Ortsverein Südstadt-Bult

Auf die Frage nach einer autofreien Innenstadt sagte Marc Hansmann: „Natürlich müssen wir den Autoverkehr in der Stadt weiter reduzieren. Ein Verbot von privaten Autos im Innenstadtring bis 2022 und solchen mit Verbrennungsmotor in der Umweltzone bis 2030 halte ich aber für falsch. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die noch auf das Auto angewiesen sind, muss der Umstieg auf Bus und Bahn oder das Fahrrad so attraktiv wie möglich werden. Verbote sind hier aber der falsche Weg.“

Auch das Thema Kindertagesbetreuung treibt ihn aus eigener Erfahrung um: „Viele Eltern erleben derzeit eine große Unsicherheit, ob, wann und wo zum Anfang des Kita-Jahres einen Betreuungsplatz für ihr Kind vorhanden ist. Das ist eine große Belastung für die Eltern, aber auch eine Herausforderung beim Wiedereinstieg in den Beruf, die ich selbst bei der Suche nach einem Betreuungsplatz für unsere Tochter erlebt habe.“ sagte Marc Hansmann auf die Frage „Was muss sich ändern in der Vergabe von Kita-Plätzen? Er schlägt vor hierzu vor endlich ein Programm zum schnellen Ausbau der Krippen- und Kitaplätze und der Schulbetreuung insbesondere in den Stadtteilen mit derzeit niedrigen Betreuungsquoten zu entwickeln. Der Anmeldeprozess soll zukünftig digitalisiert werden. So wird ein elternfreundliches und nachvollziehbares Anmeldeverfahren geschaffen, in dem Eltern und Träger jederzeit den Stand der Bewerbung nachverfolgen können.