Ifflandstraße

Zwischen Meterstraße und Wiesenstraße gelegen führt die Ifflandstraße von der Sextrostraße zum Grasweg. Benannt ist sie seit 1874 entweder nach dem Schauspieler August Wilhelm Iffland oder nach dessen älterem Bruder, dem Bürgermeister Christian Philipp Iffland oder nach beiden.

August Wilhelm Iffland

August Wilhelm Iffland
 

Theologe soll der am 19. April 1759 in Hannover geborene Sohn eines Registrators in der königlich Hannöverschen Kriegskanzlei werden. Das behagt dem jungen August Wilhelm gar nicht. 1777 entflieht er dem engstirnigen bürgerlichen Milieu Hannovers und geht nach Gotha, wo er Schauspieler am Hoftheater wird. 1779 wirbt Kurfürst Karl Theodor das Gothaer Theaterpersonal an die Mannheimer Bühne ab. Dort feiert Iffland 1782 seinen ersten Triumph als Franz Moor in Schillers Schauspiel „Die Räuber“. Der Autor ist von Ifflands Leistung so beeindruckt, dass er erklärt: „Deutschland wird in diesem jungen Mann noch einen Meister finden“. Schiller und Iffland freunden sich an und arbeiten in den folgenden Jahren erfolgreich zusammen.

1786 zieht es August Wilhelm Iffland aus Geldnöten an die Residenz des Fürsten Ludwig von Nassau-Saarbrücken, wo er sich als Theaterleiter und Bühnenautor einen Namen macht. Der Einmarsch der französischen Revolutionstruppen und die damit einhergehende Zerstörung des Komödienhauses von Saarbrücken zwingt Iffland zur Wanderschaft durch die deutsche Bühnenlandschaft. Auf Einladung Goethes geht er im April 1796 nach Weimar, überwirft sich aber alsbald mit dem Intendanten und nimmt noch im selben Jahr den Ruf als Direktor an das Nationaltheater am Gendarmenmarkt in Berlin an. In der Folgezeit entwickelt sich Berlin zur führenden Theaterstadt in deutschen Sprachraum.

1811 wird August Wilhelm Iffland seiner Verdienste wegen zum Generaldirektor der Königlichen Schauspiele ernannt. In den frühen Jahren des 19. Jahrhunderts ist August Wilhelm Iffland einer der meistgespielten Bühnenautoren. Er bleibt als Autor zeitgebunden, denn keines seiner über 60 Bühnenwerke überlebt ihn. Seine Meisterschaft als Schauspieler jedoch sichert Iffland dauernden Ruhm. Seit 1911 wird offiziell der „Iffland-Ring an den jeweils herausragenden deutschsprachigen Schauspieler verliehen. Seit 1954 ist der Ring Eigentum der Republik Österreich. Aktueller Preisträger ist Bruno Ganz. August Wilhelm Iffland stirbt am 22. September 1814 in Berlin. Seine letzte Ruhestätte ist heute Ehrengrab des Landes Berlin und liegt auf dem Friedhof II der Gemeinde Jerusalems und Neue Kirche in Kreuzberg.

 

Christian Philipp Iffland

Grabstein von Christian Philipp Iffland
 

Der ältere Bruder des berühmten Schauspielers wird am 17. Oktober 1750 in Hannover geboren. Christian Philipp Iffland besucht von 1762 bis 1769 das Lyceum und studiert anschließend Rechtswissenschaften in Göttingen. Dort pflegt er Kontakte zu den Sturm- und Drang-Dichtern des Göttinger Hainbundes. Iffland ist befreundet mit den auch in Hannover nicht ganz unbekannten Dichtern Ludwig Christoph Heinrich Hölty und Johann Anton Leisewitz Im „Staatskalender auf das 1779. Jahr Christi“ wird Iffland noch als „Advokat beim Ober-Appelationsgericht in Celle“ geführt, obwohl er bereits seit drei Jahren 2. Stadt-Secretarius in der Altstadt ist.

1789 rückt er in das Amt des Stadt-Syndikus auf. Zur Unterstützung des kränklichen Bürgermeisters Ernst Anton Heiliger wird Iffland zum 3. Bürgermeister gewählt. 1798 tritt er dessen Nachfolge an. Im bonapartistischen Königreich Westfalen bleibt Iffland als „maire“ im Amt, was ihm den Vorwurf der Kollaboration einträgt. Die hat für Hannover eine nachhaltige Konsequenz: Iffland gelingt es, die Franzosen vom Abholzen der Eilenriede abzubringen. Bis 1820 dauert seine Dienstzeit als Bürgermeister, dann wird er von seinem Vertreter Georg Ernst Friedrich Hoppenstedt abgelöst. Bis zu seinem Tod am 19. November 1835 amtiert Christian Philipp Iffland als Direktor des Stadtgerichts. Begraben wird er auf dem Friedhof der Gartenkirche. Das Grabmal ist von der Stadt Hannover in die Liste der Ehrengräber aufgenommen worden.

Abbildung: August Wilhelm Iffland, Lithographie von Johann Stephan Decker, 1820
Grabstein von Christian Philipp Iffland. Foto: Bernd Schwabe

 

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