85 Jahre und kein bisschen leise | Antje Kellner, Thomas Hermann und Lothar Pollähne gratulieren Edith Nasemann zum 85. Geburtstag und ehrten sie für 60 Jahre SPD-Mitgliedschaft.

 

Wenn eine Bezirksbürgermeisterin, ein Bezirksbürgermeister und der Hannöversche Ratsvorsitzende und Bürgermeister Thomas Hermann sich gemeinsam auf Gratulationstour begeben, muss schon ein besonderer Anlass vorliegen. Genau genommen waren es am 23. Januar zwei Anlässe, denn die Jubilarin Edith Nasemann wurde an diesem Tag 85 Jahre alt und sie konnte ein zweites, mittlerweile seltenes Jubiläum feiern: 60 Jahre Mitgliedschaft in der SPD.

 

Dass mit Antje Kellner und Lothar Pollähne eine Bezirksbürgermeisterin und ein Bezirksbürgermeister zum Gratulieren kamen hatte seine Gründe: Edith Nasemann hat lange in Döhren gelebt und war einige Jahre lang Mitglied des Stadtbezirksrates Döhren-Wülfel. Seit einigen Jahren lebt sie jedoch in der Südstadt und fühlt sich auch dort wohl. Nach der offiziellen Beglückwünschung und der Überreichung der Jubiläumsurkunde durften Antje Kellner, Thomas Hermann und Lothar Pollähne Platz nehmen und Edith Nasemann eröffnete bei einem Gläschen Sekt ihre persönliche Geschichtsstunde und die hatte es in sich mit Erinnerungen an die Kindheit, die Einschulung, den uniformierten Nazi-Lehrer, der die Kinder prügelte, an Bombenkrieg und Kinderlandverschickung, an die Zerschlagung Nazi-Deutschlands und die ersten Jahre des Wiederaufbaus. Politisch aktiv wurde Edith Nasemann schon recht früh. Als Verwaltungsangestellte trat sie in die Gewerkschaft ein, am 1. Januar 1956 dann in die SPD. Wohl wenige Menschen nur können das Hannöversche Rathaus und die Stadtverwaltung so profund beschreiben wie Edith Nasemann. Wer mit wem die Köpfe zusammensteckte - Namen werden hier selbstverständlich nicht genannt - und in welchen Amtsstuben Entscheidungen vorbereitet wurden, kann Edith Nasemann auch viele Jahre nach ihrem Eintritt in den Ruhestand so lebhaft erzählen, dass das Auditorium meint, selbst dabei gewesen zu sein. Mitunter nahm Edith Nasemann auch selbst das Heft des Handelns in die Hand, etwa wenn sie die Terminmappe ihres Mannes Karl Nasemann, der Geschäftsführer des städtischen Gesamtbetriebsrates war, mit Vorlagen spickte, die sie für wichtig hielt. Einen Teil ihrer Erinnerungen hat Edith Nasemann bereits aufgeschrieben. Sie enden 1946 mit dem Beginn ihrer kaufmännischen Lehre. Der kleine Rest ist in Arbeit. Einen Teil ihrer Erinnerungen will Edith Nasemann im Herbst während des Grünkohlessens den Gästen des SPD-Ortsvereins Südstadt Südstadt-Bult preisgeben. Dann wird sie nämlich noch einmal ausgezeichnet: Mit der Ehrennadel der SPD für 60jährige Mitgliedschaft.
lopo

Edith Nasemann, eingerahmt von Antje Kellner, Thomas Hermann und Lothar Pollähne. Foto: Michael Kellner

Edith Nasemann, eingerahmt von Antje Kellner, Thomas Hermann und Lothar Pollähne.
Foto: Michael Kellner