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Parallel zur Hildesheimer Straße führt ausgehend von der Raimundstraße die Mozartstraße in Richtung Süden. Sie kreuzt die Siemensstraße und endet kurz vor dem Altenbekener Damm als Sackgasse. Benannt ist sie seit 1975 nach dem Komponisten Wolfgang Amadé Mozart.

Wolfgang Amadé Mozart

Wolfgang Amadé Mozart, postumes Gemälde von Barbara Krafft, 1819 Foto: Wolfgang Amadé Mozart, postumes Gemälde von Barbara Krafft, 1819

Das Wunderkind der klassischen Musik wird am 27. Januar 1756 als Sohn des fürstbischöflichen Kammermusikus Leopold Mozart geboren und am darauf folgenden Tag auf den Namen Joannes Chrysostomus Wolfgangus Theophilus getauft. Diese Namen und die latinisierte Form „Amadeus“ hat der Komponist sein Leben lang gehasst. Offiziell nutzt er den Zweitnamen „Amadé“. Gemeinsam mit seiner fünf Jahre älteren Schwester Maria Anna erhält der Vierjährige durch Vater Leopold den ersten Musikunterricht und lernt Klavier, Geige und Komposition. Die ersten Kompositionen seines Sohnes Wolfgang zeichnet der Vater 1761 als des „Wolfgangerl Compositiones“ auf.

Im Alter von sechs Jahren hat Mozart seine ersten öffentlichen Auftritte und geht, angetrieben vom Vater, mit seiner Schwester auf „Wunderkind-Tour“, die, von kleinen Pausen unterbrochen, bis 1766 dauert und durch viele westeuropäische Länder führt. Im April 1764 lernt der Knabe Mozart in London den jüngsten Sohn Johann Sebastian Bachs, Johann Christian, kennen und schätzen. Dessen Musik in der Übergangszeit zwischen Barock und Klassik prägt Wolfgang Amadé Mozart und bildet die Grundlage für die kommende Wiener Klassik. Nach der Rückkehr von dieser jahrelangen Tour, werden 1767 erste Stücke des jungen Mozart in Salzburg uraufgeführt, darunter die gemeinsam mit den Salzburger Hofmusikern Cajetan Adlgasser und Michael Haydn komponierte Schuloper „Die Schuldigkeit des ersten Gebots“.

Nach einer Zwischenstation in Wien, wo er das Singspiel „Bastien und Bastienne“ komponiert, kehrt Wolfgang Amadé Mozart 1769 nach Salzburg zurück und erhält seine erste feste, wenn auch undotierte Anstellung als „Dritter Konzertmeister der Salzburger Hofkapelle“. Angetrieben durch seinen Vater Leopold, geht Wolfgang im selben Jahr wieder auf Reisen, die mit Unterbrechungen dreieinhalb Jahre dauert und durch große Teile Italiens führt. Da sich dort die Hoffnungen auf eine Festanstellung nicht erfüllen, kehren Vater und Sohn Ende 1771 nach Salzburg zurück, wo Wolfgang im August des folgenden Jahres endlich zum besoldeten Konzertmeister berufen wird.

Ende 1774 geht Wolfang Amadé Mozart wieder auf Reisen, immer noch auf der Suche nach einer, seinen Fähigkeiten angemessenen Festanstellung. Zurück in Salzburg muss er feststellen, dass seine Künste nicht so reüssieren, wie er sich das wünscht. Weil er mit mehreren Urlaubsgesuchen kein Gehör beim Fürsterzbischof von Salzburg findet, kündigt Mozart 1777 seine dortige feste Anstellung und geht wieder einmal auf Reisen, dieses Mal mit seiner Mutter. Aber wo er auch auftritt: Die erhoffte Festanstellung, die für ihn vor allem Wertschätzung bedeutet, erhält er nicht. Immerhin macht Mozart während eines fünfmonatigen Aufenthalts in Mannheim die Bekanntschaft der Familie Weber und verliebt sich in deren Tochter Aloisia.

Der anschließende Aufenthalt in Paris endet für Wolfgang Amadé Mozart traurig. Am 3. Juli 1778 stirbt seine Mutter. Widerwillig tritt er drei Monate später die Rückreise nach Salzburg an, wo er schließlich am 17. Januar des folgenden Jahres zum Hoforganisten ernannt wird. Das Verhältnis zum Fürsterzbischof wird zwar nicht besser, aber Mozart bleibt 20 Monate lang und komponiert seine „Krönungsmesse“.

Am 8. Juni 1781 ist Mozarts Salzburger Leidenszeit zu Ende. Er lässt sich als freischaffender Musiker und Lehrer in Wien nieder und komponiert sich in eine Schaffenseuphorie hinein. In Wien kommen Mozarts Opern „Die Entführung aus dem Serail“ (1782), eine Auftragsarbeit für Kaiser Joseph II., „Figaros Hochzeit“ (1786), „Cosi fan tutte“ (1790) und „Die Zauberflöte“ (1791) zur Uraufführung. Nebenbei schreibt Mozart viele Symphonien und Konzerte sowie die „Große Messe in c-Moll“.

1782 heiratet Wolfgang Amadé Mozart Constanze Weber, die Schwester der einst angebeteten Aloisia. Im Alter von gerade mal 26 Jahren scheint Mozart den gesellschaftlichen Rang erreicht zu haben, den er jahrelang angestrebt hatte. Mit einem Jahreseinkommen von 10 000 Gulden — nach heutiger Rechnung € 125 000 — kann er sich einen üppigen Lebensstil leisten mit wertvollen Büchern, exquisiten Musikinstrumenten und teurer Maßkleidung. Auch einen Billardtisch, zu seinen Zeiten ein teurer Luxus, nennt Mozart sein Eigen. Den benutzt er wohl auch zum Billardspielen, vor allem aber als Unterlage zum Komponieren und nutzte die Kugeln zur Inspiration. Vielleicht hat die Stadt Salzburg aus diesem Grund die „Mozartkugeln“ als wichtiges touristisches Mitbringsel etabliert, denn mit Mozarts kulinarischen Vorlieben haben die kleinen Süßigkeiten nichts zu tun. Der Meister liebte es deftig und bevorzugte Sauerkraut und Leberknödel.

Wenige Wochen nach der Uraufführung der „Zauberflöte“ am 30. September 1791 wird Wolfgang Amadé Mozart während der Kompositionsarbeit an seinem „Requiem“ krank. Er stirbt am 5. Dezember 1791 und wird in einer Kapelle des Stephansdoms öffentlich aufgebahrt. Begraben wird er zwei Tage später auf dem St. Marxer Friedhof. Von da an wird Wolfgang Amadé Mozart zum Spekulationsobjekt halbwissender Neider. Vergiftet sei er worden und namenlos verscharrt, verarmt obendrein. Bewiesen ist davon rein gar nichts. Und wenn beim Hören von Mozarts „Requiem“ dennoch leichte Schaudergefühle entstehen können, so hat das zwar mit seinem Tod, nicht jedoch mit der Todesursache zu tun.


Abbildung:
Wolfgang Amadé Mozart, postumes Gemälde von Barbara Krafft, 1819