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Vom Braunschweiger Platz führt die Plathnerstraße nach Norden. Bis zur Bahnüberführung gehört die Straße zum Stadtteil „Bult“. Danach führt sie durch den Stadtteil „Zoo“ bis zur Seelhorststraße. Benannt ist sie seit 1926 nach dem Senator Adolf Plathner. Davor hieß sie für kurze Zeit Friedensstraße.

Adolf Plathner

Obwohl er 30 Jahre lang die Liegenschafts- und Wohnungspolitik Hannovers maßgeblich mit geprägt hat, ist über Adolf Plathner wenig bekannt. Geboren wird er am 29. November 1861 in Gronau an der Leine als Sohn eines Kaufmanns. Nach dem Abitur studiert er Rechtswissenschaften und wird 1890 nach dem zweiten Staatsexamen promoviert. Danach arbeitet er für kurze Zeit als Gerichtsassessor in Winsen an der Luhe, bevor er im Frühjahr 1891 seinen Dienst als „juristischer Hilfsarbeiter“ beim Magistrat in Frankfurt am Main antritt.

Am 15. Mai 1895 tritt Adolf Plathner sein Amt als rechtskundiger Senator in Hannover an, in das er kurz zuvor gewählt worden ist. Er erhält die Zuständigkeit für das Stadtpolizeibauamt, die städtischen Friedhöfe, das Militär und das Markt- und Markthallenwesen. Nach heutiger Definition leitet Plathner damit vor allem die Bauordnungsbehörde. In dieser Funktion gibt er mehrere Standardwerke heraus: 1901 die „Bauordnung für die Stadt Hannover. Mit Anmerkungen und Sachregister; nebst einer Sonderbeilage enthaltend den Plan über die Zoneneinteilung“ und ein Jahr darauf die „Bauordnung für die Vororte von Hannover“. Außerdem veröffentlicht Plathner „Baupolizeiliche Sondervorschriften für 1. Theater, Circusgebäude und öffentliche Versammlungsräume, 2. Kranken-, Entbindungs- und Irrenanstalten, 3. Gebäuude in der Nähe von Eisenbahnen und 4. Aufzüge (Fahrstühle)“. Als Mitglied der Stadthallenkommission ist Adolf Plathner maßgeblich an den Vorbereitungen für den Bau der Stadthalle beteiligt. In seine Verantwortung für die städtischen Friedhöfe fällt 1911 auch Die Teilnahme als Preisrichter an einem Wettbewerb für Grabdenkmäler.

Kurz vor Ende des 1. Weltkrieges weist Adolf Plathner in einem Memorandum auf die bestehende Wohnungsnot hin, die sich seiner Meinung nach zu einem Wohnungsnotstand und den damit verbundenen sozialen Folgen ausweiten könnte. Plathner setzt sich für den Bau von Mietwohnungen ein und so ist es nicht erstaunlich, dass er gleich nach Kriegsende am 12. November 1918 Leiter des städtischen Wohnungsamtes wird. Diese Funktion übt er bis zu seiner Pensionierung am 1. Juli 1925 aus. Schon ein Jahr später wird er — damals nicht unüblich — mit einem Straßennamen geehrt. Adolf Plathner stirbt am 30. Oktober 1937 in Hannover. Sein Grab befindet sich auf dem Stadtfriedhof Engesohde.