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Ausgehend von der Bandelstraße am Stephansplatz führt die Schlägerstraße in nördlicher Richtung bis zur Hildesheimer Straße. Dabei kreuzt sie die Krausenstraße. An der Schlägerstraße liegen die Filiale der Post, die Kinder- und Jugendbibliothek und die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten. Benannt ist die Straße seit 1845 nach dem Senior Franz Georg Ferdinand Schläger. Um 1800 war die Straße ein Gartenweg.

Franz Georg Ferdinand Schläger Foto: Franz Georg Ferdinand Schläger. Bildnis vor 1867. Künstler unbekannt.

Franz Georg Ferdinand Schläger

Am 27. Juni 1791 wird Franz Georg Ferdinand Schläger als Sohn eines Fähnrichs im holsteinischen Städtchen Quickborn geboren, das seinerzeit zu Dänemark gehört. Schläger besucht die Domschule in Ratzeburg, die heutige Lauenburgische Gelehrtenschule. Nach dem Abitur studiert er von 1801 bis 1805 an der Georgia Augusta Universität in Göttingen Theologie. Kurzzeitig arbeitet Schläger als Hauslehrer im mecklenburgischen Kolbow.

1806 wird Franz Georg Ferdinand Schläger zum Stadt- und Garnisonsprediger in Hannoversch Münden berufen, wo er eine Mädchenschule und eine Industrie- und Gewerbeschule gründet. Während der napoleonischen Herrschaft arbeitet Schläger zusätzlich als Generaldirektor der Kantonsschulen im Königreich Westfalen und als Hofprediger der westfälischen Königin. 1815 wechselt Schläger aus gesundheitlichen Gründen als Pastor nach Lauterberg im Harz, wo er auch erstmals als Publizist tätig wird. Er gibt den „Christlichen Berg- und Hüttenmann“ heraus.

1822 beruft das Konsistorium in Hannover Franz Georg Ferdinand Schläger in das Amt des Hauptpredigers, also Seniors, an der Marktkirche St. Nicolai in Hameln. Hier wirkt er bis zu seinem Tod. Nebenher arbeitet er als Seelsorger im Landesstrafarbeitshaus. Diese Tätigkeit ist 1828 Grundlage seines Buches „Der Bußfertige: Ein Erbauungsbuch für schuldbeladene, für Sträflinge in Gefängnissen und öffentlichen Zuchtanstalten“. 1823 gründet der umtriebige, vom Geist der Aufklärung inspirierte Gottesmann die „Hamelschen Anzeigen zum Besten der Armen“. Sie gelten als erste hamelner Zeitung. In diesem Blatt ruft er im September 1823 zur Gründung einer Töchterschule auf, die bereits ein Jahr später als „Schlägersche Anstalt“ den Lehrbetrieb aufnimmt. Die Leitung der Schule übernimmt Franz Georg Ferdinand Schläger neben seinem Amt als Senior.

Schlägers Arbeit ist vor allem sozialfürsorgerisch geprägt. So gründet er in Hameln einen Verein zur Unterstützung armer Wöchnerinnen, ein Verpflegungsanstalt für kranke Dienstboten und eine Suppenküche für Hilfsbedürftige. Auch die Gründung der hamelner Sparkasse geht auf eine Initiative Schlägers zurück. 1843 wird in Hannover die Blindenanstalt eröffnet, die auf eine Anregung des hamelner Pfarrers zurückgeht. Das ist die Keimzelle des heutigen „Landesbildungszentrums für Blinde“. Als Prediger ist Franz Georg Ferdinand Schläger ein vehementer Fechter für Errungenschaften der Reformation und wehrt sich gegen jegliche katholische Einmischung. So hält er am Reformationstag 1853 eine Predigt mit dem Titel: „Die gegenwärtigen Gefahren der evangelischen Kirche“.

Auf all seinen Betätigungsfeldern ist Schläger von einem Leitgedanken beseelt: der Linderung der Not und der Unterstützung der Armen. Die Bürgerschaft der Stadt Hameln hat ihn dafür 1875 mit einem Denkmal vor der Münsterkirche St. Bonifatius geehrt. Das ist angemessen, denn Franz Georg Ferdinand Schläger hatte sich jahrelang unermüdlich für die Wiederherstellung der Kirche eingesetzt.


Franz Georg Ferdinand Schläger. Bildnis vor 1867. Künstler unbekannt.

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