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Vom Kar-Thiele-Weg führt in Höhe der Maschseequelle die Schwienbrücke in westlicher Richtung über die Leine in die benachbarte Masch. Benannt ist sie seit 1963 nach dem städtischen Oberbaurat Karl Schwien.

Karl Schwien Foto: Wilhelm Hauschild/Historisches Museum Hannover

Karl Schwien

Die biographischen Angaben zu Karl Schwien sind spärlich. Geboren wird er am 27. August 1894 in Seedorf im Kreis Segeberg. Nach dem Abitur studiert Schwien unter Curt Risch an der „Forschungsstelle für dynamische Wirkungen des Straßenverkehrs “ der Technischen Hochschule Hannover. Zum Studiengebiet gehören Erd- Straßen und Tunnelbau. 1932 wird Karl Schwien mit einer Arbeit unter dem Titel „Über die Ausbreitung von Erschütterungen“ promoviert. Nach dem Abschluss des Studiums wird Karl Schwien zum Leiter der Wasser- und Brückenabteilung des Städtischen Tiefbausamtes ernannt.

Nach der Machtübertragung machen sich die Nazis in Hannover ein Projekt zu Nutze, dessen Grundidee bereits im 19. Jahrhundert aufgekommen war: die Anlage eines Sees zur Regulierung der Leinefluten. Erste konkrete Pläne erarbeitete 1925 der Professor für Wasserbau an der Technischen Hochschule Hannover, Otto Franzius. Im November 1932 beschließt das Bürgervorsteher Kollegium den Bau des Sees, aber erst ein Jahr später werden die Pläne spruchreif. Die Gelder werden im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme zur Verfügung gestellt und Stadtbaurat Karl Elkart erstellt den Gesamtplan auf der Grundlage der von Otto Franzius entwickelten Idee, den See außerhalb der Leine in der Masch anzulegen.

Die Bauleitung übernimmt Karl Schwien, der mit zunächst 100 Arbeitslosen beginnt, die Tonschicht der Masch abzutragen. Die zumeist ungelernten Arbeitskräfte müssen ihre eigenen Arbeitsgeräte mitbringen und schuften für Hungerlöhne, um die Baukosten niedrig zu halten. Am Ende sind 1650 Arbeitslose mit der Anlage des Sees beschäftigt. Als der Maschsee am 21. Mai 1936 eingeweiht wird, sehen die Nazis den Bau als ihr „Geschenk“ für die Stadt Hannover an. Karl Schwien wendet sich nach Abschluss der Maschsee-Bauaufsicht dem Brückenbau zu. In den späten 1930er Jahren entstehen nach seinen Plänen die Legionsbrücke, die Calenberger Neustadt mit dem Stadtteil Linden-Süd verbindet und die Stadionbrücke. Ihr Architekt Karl Schwien stirbt am 21. Oktober 1961 in Hannover. Zwei Jahre später wird die Leinebrücke nahe der Maschseequelle fertig gestellt und nach Karl Schwien benannt.



Karl Schwien Foto: Wilhelm Hauschild/Historisches Museum Hannover

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