Kommunalwahl 2026: Stadtbezirksrat Südstadt-Bult
SPD-Stadtbezirks-Wahlprogramm für Südstadt und Bult
Vertrauen entsteht, wo Politik nah bei den Menschen ist, ihre Sorgen und Bedürfnisse ernst nimmt und sich kümmert.
Das ist das Motto, an dem wir unsere Politik ausrichten. Wir sind die Kümmerer im Alltag und im ganz konkreten Leben der Menschen in der Südstadt und auf der Bult.
Im Mittelpunkt unseres Engagements steht die Familie, und zwar in ihrer ganzen Breite. Familien spielen eine zentrale Rolle für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Deshalb verfolgen wir das Ziel, Familien zu unterstützen, Chancengleichheit zu schaffen und das Wohl von Kindern, Jugendlichen, Eltern und Senior*innen besonders zu sichern.
Unsere zentralen Punkte:
- Bezahlbarer Wohnraum statt weiterer Gentrifizierung
- Gute Bildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten für alle Altersgruppen
- Gleichberechtigte Mobilität für alle Verkehrsteilnehmer*innen
- Einzelhandel, Gastronomie und Handwerk im Stadtbezirk fördern
- Kulturschaffende und Sportvereine unterstützen
1. Menschen brauchen bezahlbaren Wohnraum und ein sicheres Umfeld...mehr
Wohnraum muss bezahlbar sein und bleiben! Es darf nicht sein, dass der Geldbeutel darüber entscheidet, wo Menschen leben können. Jede und Jeder soll das Recht haben sich frei entscheiden können, wo sie/er den eigenen Lebensmittelpunkt haben möchte. Wir wollen mindestens 40 % sozialen Wohnungsbau in allen neuen Quartieren.
Wir werden darauf achten, dass es nicht zu einer Gentrifizierung unseres Stadtbezirks kommt. Wir wollen die Vielfalt der Menschen – unabhängig von ihrer Einkommenssituation.
Dazu werden wir alle verfügbaren Flächen im Stadtbezirk daraufhin prüfen, ob dort bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden kann und unter welchen Bedingungen. Das gilt sowohl für den Neubau von Wohnungen als auch für die Aufstockung bereits bestehender Gebäude bzw. der Umnutzung. Dabei werden wir die Wünsche besonders hart von der Wohnungsnot betroffener Gruppen, wie z. B. Auszubildende und Studierende, besonders in den Fokus nehmen.
Gemeinsam mit unserer Ratsfraktion wollen wir einen günstigeren Wohnungsbau voranbringen. Dabei müssen wir auch Standards auf den Prüfstand stellen und ggf. anpassen.
Der Zweckentfremdung von Wohnraum werden wir entschieden entgegentreten und dabei eng mit der Meldestelle der Stadt zusammenarbeiten.
Wohl fühlen sich Menschen dort, wo sie ein sicheres Zuhause haben. Wir wollen das Sicherheitsempfinden in der Südstadt und auf der Bult stärken. Dazu werden wir uns für eine bessere Straßenbeleuchtung einsetzen und noch mehr Wert auf Sauberkeit und Ordnung legen.
Plätze wie der Bertha-von-Suttner-Platz, der Stephansplatz und die Hoppenstedtwiese sind Orte der Begegnung und sollen allen Menschen zur Verfügung stehen – generations- und kulturübergreifend und kostenfrei. Dazu müssen sie mit öffentlichen Toiletten, Trinkwasserbrunnen und Sitzgelegenheiten ausgestattet und barrierefrei gestaltet sein.
Wir setzen uns für die Einrichtung eines Präventionsrats auf Stadtbezirksebene ein. Hier ist unser Ziel in der Gemeinschaft von Expert*innen, interessierter Bürger*innen und Verbandsvertreter*innen, Schutz und Zusammenhalt in der Bevölkerung auszubauen und mögliche Gefahrenpotenziale abzubauen.
Streuobstwiesen in öffentlichen Grünanlagen verbessern ebenfalls die Aufenthaltsqualität. Baumpatenschaften können für mehr ökologische Sensibilität und weniger Pflegeaufwand für die öffentliche Verwaltung sorgen.
Mehr Stadtteil- und Straßenfeste tragen zum gegenseitigen Verständnis und zur Förderung der Kommunikation bei. Dabei müssen verträgliche Rahmenbedingungen für alle geschaffen werden.
2. Menschen brauchen gut ausgestattete Bildungs- und Weiterbildungseinrichtungen...mehr
Der Stadtbezirk ist einer der bedeutendsten Schulbezirke in Hannover. Neben einer Vielzahl von Grund- und weiterführenden Schulen befinden sich die Waldorfschule am Maschsee und das Montessori-Bildungshaus in unserem Verantwortungsbereich.
Wir müssen alle Bildungseinrichtungen so ausbauen, dass sie inklusiv und teilhabe gerecht arbeiten können. Das gilt sowohl für die in Teilen sanierungsbedürftigen Gebäude inklusive funktionstüchtiger Schultoiletten als auch für niederschwellige pädagogische Angebote, die Kinder und Jugendliche besonders fördern. Hierzu muss auch das Nachmittagsangebot auf ausreichende Alltagstauglichkeit geprüft und ggf. angepasst werden.
Die Digitalisierung unserer Schulen werden wir ebenso voranbringen, wie die Verbesserung der Aufenthaltsqualität auf den Schulhöfen.
Wir werden uns weiter beim Thema Schulwegsicherheit engagieren und wollen hier anstelle von Elterntaxis den Bewegungspass weiter fördern.
Bildung fängt nicht erst in der Schule an. Wir brauchen mehr bedarfsgerechte und verlässliche Kita-Plätze, die Kinder in ihrer Entwicklung fördern und Eltern von Betreuungsaufgaben entlasten.
Die dauerhafte Fortführung und der Ausbau des Angebots in der Kinder- und Familienbibliothek sind für uns selbstverständlich. Dieser Treffpunkt für Kinder und Jugendliche darf nicht wieder zur Diskussion stehen, sondern muss dauerhaft gesichert werden.
3. Menschen brauchen Mobilität, die alle Verkehrsteilnehmenden gleichberechtigt beteiligt...mehr
Fußgänger*innen, Radfahrende, Autos und der ÖPNV – die Mobilitätsformen sind in den letzten Jahrzehnten deutlich vielfältiger geworden. Viele Menschen nutzen jede dieser Fortbewegungsformen. Das macht die Anforderungen an die Gestaltung des öffentlichen Raums deutlich komplizierter.
Hinzu kommen E-Scooter und E-Bikes mit eigenen Anforderungen an Sicherheit und Abstellflächen. Besonders mobilitätseingeschränkte Personen stellen die “wild abgestellten” Scooter häufig vor große Probleme. Wir brauchen Regelungen und fest gekennzeichnete Abstellflächen, um dem „wilden Abstellen“ entgegenzuwirken. Sichere Verkehrswege haben für uns oberste Priorität.
Der Ausbau der Ladeinfrastruktur für E-Mobilität braucht mehr Aufmerksamkeit und muss vorangetrieben werden.
Zu einer guten Mobilität gehört auch, dass die Aufzüge an allen Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs zuverlässig funktionieren. Das hilft nicht nur mobilitätseingeschränkten Menschen, sondern kommt allen Fahrgästen zugute, die auf barrierefreie Zugänge angewiesen sind. Hier wollen wir mehr Verbindlichkeit und Transparenz einfordern, beispielsweise durch einen jährlichen Bericht zur Barrierefreiheit. Außerdem muss endlich der zweite Aufzug am Aegidientorplatz gebaut werden.
Auch wollen wir die Taktungen der Buslinie 121, dort wo es möglich ist, auf einen 5-Minutentakt verbessern und eine engere Taktung weiterer Buslinien anstreben. Prüfungen zum Ausbau von zusätzlichen Stadtbahnlinien wollen wir konstruktiv begleiten.
Diskutieren müssen wir auch die Optimierung von Bewohner*innenparkzonen, um den Parkdruck zu verringern und den Parksuchverkehr zu reduzieren. Wichtig ist uns dabei, dass die Kosten für die Parkausweise sozial verträglich gestaltet werden.
Der Maschsee ist ein Naherholungsgebiet für ganz Hannover. Hier werden wir uns verstärkt für verkehrsberuhigende Konzepte insbesondere an den Wochenenden und während der Großveranstaltungen einsetzen.
Platz ist ein hohes Gut in unserem dicht besiedelten Stadtteil. Wir müssen ihn deshalb optimal nutzen. Wir werden die Verwaltung auffordern schnellstmöglich Gespräche mit den Supermarktbetreiber*innen zur kostenfreien Nutzung der vorhandenen Parkflächen in den Abend und Nachtstunden und am Sonntag zu führen. Das führt zu einer Entlastung des Parkdrucks, insbesondere in den Randbereichen und die Supermärkte können mit dieser Maßnahme ihr Image deutlich verbessern.
Gleichzeitig werden wir von der Stadtverwaltung eine koordinierte Baustellenplanung einfordern. Baumaßnahmen müssen gebündelt und somit die Einschränkungen für die Bürgerinnen und Bürger in Grenzen gehalten werden. Die lokale Wirtschaft muss vor Einkommenseinbußen aufgrund von Baustellen bestmöglich geschützt werden.
4. Menschen brauchen ein sicheres Einkommen und eine gut funktionierende lokale Wirtschaft...mehr
Unser Stadtbezirk bietet Lebensqualität für alle, die hier gern einkaufen, einkehren und sich aufhalten. Wir setzen uns dafür ein, dass der inhabergeführte Einzelhandel, das Handwerk und die Gastronomie im Stadtbezirk deutlich gestärkt und unterstützt werden. Niemand soll für den täglichen Einkauf lange Wege zurücklegen müssen. Das entlastet auch den Verkehr. Darum setzen wir uns für eine flächendeckende Nahversorgung mit Lebensmitteln, Gesundheitsdienstleistungen und Alltagsbedarfen im Stadtbezirk ein. Wir wollen, dass die Hildesheimer Straße, die Marienstraße, die Sallstraße und die Gegend rund um den Stephansplatz starke und vielfältige Einkaufsorte bleiben.
Dem Leerstand wollen wir entgegentreten und Pop-Up-Konzepte für Start-Ups, junge Selbstständige und Künstler*innen fördern. Wir brauchen bürokratiearme Konzepte zur Förderung von kleinen und Kleinstunternehmen, Vereinen und Initiativen, die sich entfalten können. Diese Nutzung belebt die sonst leerstehenden Flächen wieder und macht sie attraktiv für potenzielle Mieter*innen.
Wir unterstützen die Arbeit des Wirtschaftsforums und die vielen Initiativen, die sich für mehr Stadtteilfeste und ein attraktives Angebot auf dem Wochenmarkt stark machen. Die Ansiedlung von Unternehmen unterstützen wir.
Wir brauchen ein Miteinander von lokaler Wirtschaft und Nachbarschaft zum Wohl aller Menschen. Dazu gehören auch gute und mitbestimmte Arbeitsplätze. Wir wollen der Stadtbezirk der guten und sicheren Arbeitsplätze werden.
5. Menschen wollen Kultur- und Sportangebote...mehr
Zur Lebensqualität im Stadtbezirk gehören auch ein kulturelles und ein sportliches Angebot.
Unsere kulturelle Vielfalt mit Museen, freien Theatern, Musikschulen, Galerien und Kunstschulen locken viele Menschen nicht nur aus unserem Stadtbezirk in die Südstadt und auf die Bult. Das müssen wir nicht nur erhalten, sondern weiter ausbauen. Auch hier gilt – alle Angebote müssen wohnortnah erreichbar sein.
Der Stadtbezirk hat alle Kulturformen zu bieten - von der Hoch- bis zur Stadtteilkultur und ist somit als Kulturstandort in ganz Hannover und darüber hinaus etabliert. Unser Kulturbüro leistet hervorragende Arbeit und wird von uns weiter intensiv unterstützt.
Im Kesselhaus der Tellkampfschule könnte ein Kulturzentrum entstehen. Die ersten Prüfaufträge dazu haben wir bereits auf den Weg gebracht. Diese Idee werden wir konsequent weiterverfolgen, um somit perspektivisch ein niederschwelliges Angebot für alle Altersgruppen schaffen.
Die Erinnerungskultur im Stadtbezirk bleibt für uns ein wichtiges Thema. Wir wollen unter anderem weitere Stolpersteine verlegen. Das Carl-Peters-Denkmal ist ein Ärgernis in unserem Stadtbezirk und muss historisch richtig eingeordnet werden. Wir werden uns an diesem Prozess beteiligen und fordern die vollständige Entfernung dieses Denkmals.
Unsere Sportvereine leisten einen enormen Beitrag bei der Inklusion, Integration und dem gegenseitigen Verständnis füreinander. Das gilt es auch im Sinne unseres Demokratieverständnisses weiter mit aller Entschiedenheit zu unterstützen. Die Sportplätze, Umkleiden und Vereinsgaststätten müssen in einem guten Zustand sein und den Spaß am gemeinsamen Sport fördern. Deshalb werden wir uns weiterhin intensiv für die Sportstättensanierung einsetzen, auch um den Vereinen die Arbeit zu erleichtern.
Wir schreiben Sport und Bewegung groß und setzen uns für eine optimale Nutzung der vorhandenen Sportflächen ein. Wir wollen die Kooperation der Schulen mit den Sportvereinen stärken und dadurch die starke Inklusions- und Integrationskraft des Sports erhöhen.
Wir wollen den Frauensport und spezielle Angebote für Mädchen fördern.
Das Programm zur ökologischen Spielplatzsanierung werden wir für unseren Stadtbezirk weiter vorantreiben. Hier gilt es insbesondere, kostenfreie und gleichzeitig qualitativ hochwertige Aufenthaltsmöglichkeiten auszubauen.
Mit Blick auf die Hoppenstedtwiese werden wir eine Konferenz mit den angrenzenden Vereinen und dem Spielpark anregen, bei dem es darum geht, die verschiedenen Bedürfnisse, Ideen und Möglichkeiten auszuloten, um die Hoppenstedtwiese als Naherholungsplatz weiterzuentwickeln.
Unsere Kandiderenden für den Stadtbezirksrat Südstadt-Bult